Für alle Endgeräte optimieren

Optimiert für alle Endgeräte

„optimiert für alle Endgeräte“ las ich gestern in einer Werbung für die digitale Ausgabe einer Printzeitschrift. So etwas liest man häufiger oder umgekehrt stellen Leute oft die Frage: „Wie kann man eine Webseite für alle mobilen Geräte optimieren?“

Die kurze Antwort auf die Frage lautet: Es geht nicht.

Rein technisch lässt sich eine Webseite nicht für alle Geräte optimieren, weil es zu viele Geräte gibt. Und wenn man eine Optimierung für ein bestimmtes Gerät vorgenommen hat, müsste man wieder auf den anderen testen, was für Auswirkungen das hat. Und während man testet, erscheinen ständig neue Geräte …

Trotzdem muss man sich um die unterschiedlichen Geräte kümmern: Denn es gibt einen Unterschied zwischen Optimierung und Unterstützung. (Brad Frost „There ist a difference between Support and Optimization“ http://bradfrost.com/blog/mobile/support-vs-optimization/)

Bei Optimierung denken manche, die schon etwas länger in der Webentwicklung unterwegs sind, an Webseiten mit dem Vermerk „Optimiert für den Internet Explorer X“ oder „Optimiert für eine Auflösung von 1024px“ oder Ähnlich. Für solche Leute hat der Begriff Optimierung einen schlechten Beigeschmack.

Optimierung ist aber nicht prinzipiell etwas Schlechtes. Es bedeutet, dass man etwas, was schon gut ist, besser macht. Beim Responsive Webdesign kann Optimierung bedeuten, dass man für ausgewählte Geräte gezielt Verbesserungen vornimmt. Das ist gut und vernünftig, besonders wenn die Statistiken zeigen, mit welchen Geräten eine Webseite hauptsächlich besucht wird.

Und die anderen Geräte?

Optimierung für ausgewählte Geräte ist also nicht prinzipiell schlecht. Die entscheidende Frage ist aber, was man mit den Geräten macht, auf die die Optimierung nicht abzielt. Diese sollte man auf jeden Fall soweit es geht unterstützen. Unterstützen bedeutet, dass die Inhalte lesbar sind und die Aktion, um die es geht, durchgeführt werden kann.

In diesem Punkt sollte die Optimierung anders sein als das frühere „Optimiert für den Internet Explorer X“. Es würde jetzt nichts bringen, auf einer Webseite anzugeben „Optimiert für iPhone X“, und noch einen Link zum Apple-Store anzubieten.

Abgestufte Unterstützung

Ein Projekt, das zeigt, wie eine abgestufte Unterstützung aussehen kann, ist jQuery Mobile. Hier gibt es eine abgestufte Unterstützung, bei der Browser/Geräte in verschiedene Grade unterteilt wird (http://jquerymobile.com/gbs/1.4/).

A-Grade bedeutet, dass alles funktioniert, auch die Ajax-basierten Animationen. A-Grade-Geräte/Browser bekommen also die optimierte Variante. Auf Browsern/Geräten, die im untersten Level, dem C-Grade, eingeordnet werden, kann die Seite trotzdem genutzt werden, sie besteht im Wesentlichen aus dem Basis-HTML-Code. Die C-Grade-Browser werden also trotzdem noch unterstützt.

Das heißt also: Optimieren für alle Geräte geht nicht, aber eine breite Unterstützung von Geräten sollte das Ziel sein.

Am Rande: Statt bei der abgestuften Unterstützung von Browsern/Geräten auszugehen wie bei jQuery Mobile, schlägt Scott Jehl vor, hier einzelne Komponenten zu berücksichtigen (http://www.filamentgroup.com/lab/grade-the-components.html)

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